Mini – Ideenkonferenz (12.4.17 / HB Zürich)

Eine spannende Führung durch den Produktionsbetrieb, eingerahmt durch einen inspirierenden Vortrag. Dann, der Apéro wartet bereits, die Magen knurren, die Ansage: „Hat noch jemand eine Frage… ansonsten würden wir zum Apéro übergehen.“
Die Events der sgaop sind durchs Band spannend und entsprechen einem Bedürfnis. Dies zeigt sich an den Rückmeldungen ebenso wie an den guten Besucherzahlen. Als Gesellschaft für Arbeits- und Organisationspsychologie beschäftigt uns aber auch die Frage, wie wir es schaffen könnten, nicht nur ein Programm zu bieten, sondern vermehrt in einen Austausch unter Fachleuten zu kommen.

Ein erster Antwortversuch auf diese Frage sind die Schwerpunktthemen. Mit Change, dem Schwerpunktthema 2017, möchten wir bei einem Thema verweilen, es aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und so nebst Programm auch Austausch ermöglichen.

An der Mini-Ideenkonferenz vom 12. April haben wir das Schwerpunktthema Change aufgenommen. Die Fragestellung war: Wie gehen wir als Fachleute mit Unsicherheit in Veränderungsprozessen um? Wie viel Unsicherheit lassen wir bei uns selber zu und warum? Im Zentrum des Events stand der Austausch unter Fachleuten.

Sybille Hautle hat die Mini-Ideenkonferenz im Rahmen einer Praxisarbeit für ihr Studium an der ZHAW organisiert. Ihrem Beitrag ist zu entnehmen, dass sowohl hinsichtlich der Methodik wie auch der inhaltlichen Fragestellung (Umgang mit Unsicherheit) einige Früchte geerntet werden konnten:

 

Beitrag von Sybille

Wie viel Unsicherheit lasse ich bei mir zu? Diese Leitfrage sowie die Hypothese, dass gute Beratende die Komfortzone verlassen, boten die Grundlage für intensive, kontroverse Diskussionen an der Mini-Ideenkonferenz vom 12. April 2017.

Zehn SGAOP-Mitglieder kamen am Mittwochabend im Time ONE, einem Konferenzsaal im Zürcher Hauptbahnhof, zusammen, um sich über den „Umgang mit Unsicherheit im Changemanagement“ auszutauschen.

Der Aussage, die Unsicherheit gehöre zum Change wie das Ei zur Crêpe und ermögliche überhaupt einen Change, stand die Ansicht gegenüber, dass auch die Unsicherheit vom Berater im Zaun gehalten und passende Tools dafür bereitgestellt werden müssten.
Anhand eines Fallbeispiels wurden Meinungen zu den Vor – und Nachteilen sowie den Konsequenzen von Beratung auf unterschiedlichen „Unsicherheitsniveaus“ gesammelt.
Gemeinsam wurde ergründet, was uns im Beratungsalltag herausfordert, wo Souveränität gefragt und wo Subjektivität in den Vordergrund zu stellen ist. Ziel war es, alle Ansichten aufeinanderprallen zu lassen und nicht, einen „common sense“ zu finden.
Hinsichtlich des Umgangs mit Unsicherheiten im Change kam die Gruppe auf folgende Schlüsse:

  • Es könnte sinnvoll sein, die Beratenden auf einer Metaebene über die Phase der Unsicherheit zu informieren, sie in die Verantwortung und die Findungsphase zu involvieren.
  • Der Begriff „Unsicherheit“ könnte umdefiniert werden, da er zu negativ konnotiert ist und eine Barriere schafft.
  • Im aktuellen Moment der Unsicherheit soll diese benannt werden, jedoch nicht vorangekündigt sein.
  • Kein Change ohne Unsicherheit, kein Gelingen ohne methodische Sicherheit.
  • Die Methode muss an den Kunden adaptiert werden.
  • Das Bewusstsein, was sich durch das Mitwirken der Beratungsperson ändert, stärken.
  • Im Fokus steht die Phase der Unsicherheit in Anbetracht der Beteiligten: Wer ist wann unsicher?

Die Teilnehmenden haben die drei Abendstunden mit viel Energie und Motivation gefüllt.

Soweit Sybilles Bericht. Wie geht’s jetzt weiter?

  • Zum ersten dürfen wir noch etwas weiter auf Sybilles tatkräftige Unterstützung zählen: Wir organisieren basierend auf den Erkenntnissen einen weiteren sgaop Event im grösseren Rahmen. Sowohl thematisch als auch methodisch werden wir auf die Erfahrungen des Mini-Events aufbauen.
  • Zweitens möchten wir diesen Kanal nutzen, um zu erfahren, was das Thema mit euch, liebe Mitglieder, macht: Wie haben sich die Erkenntnisse der Mini-Ideenkonferenz-Teilnehmenden über die letzten Wochen (fort-)gesetzt? Auch Nicht-Teilnehmende sind eingeladen zu posten. Die Kommentarspalten sind offen!

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